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Auktion der Mobilfunkfrequenzen – Alle Anbieter zufrieden
Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hat sämtliche für den Mobilfunk zur Verfügung stehenden Frequenzblöcke zur Auktion ausgeschrieben. Die komplexe und geheime Versteigerung dauerte vom 6. Februar bis zum 22. Februar 2012. Zur Teilnahme an der Auktion hatten sich die Unternehmen Orange, Sunrise, Swisscom und In&Phone beworben. In&Phone hat die Zulassungsbedingungen nicht erfüllt und wurde deshalb nicht zur Auktion zugelassen. Sämtliche versteigerten Frequenzpakete spülten rund 996 Millionen Franken in die Staatskasse.
Der Mindestpreis für die Frequenzen hätte bei 630 Mio. Franken gelegen. Alle drei Bieter zeigen sich zufrieden. Die beim Auktionsverfahren abgegebenen Gebote berechtigen zur Nutzung bis ins Jahr 2028. Grösster Verlierer dürfte der Steuerzahler sein, denn die erzielten Preise liegen deutlich unter den Erwartungen.
Für die Frequenzen bezahlt Sunrise mit 480 Mio. am meisten, darauf folgenden Swisscom mit 360 Mio. und Orange mit 155 Mio. Swisscom, der nach eigenen Angaben “Im Vergleich zu heute künftig gut doppelt so viel Frequenzspektrum für das Mobilfunknetz zur Verfügung stehen”, erhielt am meisten vom Kuchen, bezahlte aber nicht den höchsten Preis. Beim Frequenzband 800 MHz, das für den Aufbau von Netzen der 4. Generation (LTE) entscheidend ist, wurde redlich geteilt.
Swisscom lässt in ihrer Medienmitteilung denn auch verlauten, dass sie den Preis als fair erachte.
Sunrise spricht gar vom Beginn einer neuen Ära: “Mit dem Erwerb der neuen Frequenzen haben wir die Grundlage geschaffen, unseren Kunden ein Mobilfunknetz mit der jeweils neuesten Technologie zur Verfügung zu stellen.”, so Oliver Steil, CEO von Sunrise, “Damit können wir in Zukunft Geschwindigkeit und Kapazität für Datenanwendungen und Sprachqualität für unsere Kunden wesentlich steigern und die Technologieführerschaft unter den privaten Anbietern ausbauen.”
Etwas leiser tönt es bei der kürzlich übernommenen Orange: “Wir freuen uns über das Ergebnis der Auktion und sind überzeugt, mit den erworbenen Mobilfunkfrequenzen eine sehr gute Basis gelegt zu haben, um unseren Kunden auch zukünftig ein leistungsfähiges Datennetz bieten zu können”, erklärt Thomas Sieber, CEO von Orange Schweiz.
Für die technisch interessierten. Folgende Frequenzbereiche wurden ersteigert. Die Mindestpreise schwankten je nach Kategorie zwischen 2,7 und 21,3 Millionen Franken pro Block:
Swisscom:
800 MHz Band: 2×10 MHz
900 MHz Band: 2×15 MHz
1800 MHz Band: 2×30 MHz
2100 MHz Band: 2×30 MHz
2600 MHz Band: 2×20 MHz plus 45 MHz
Sunrise
2 Blöcke mit je 10 MHz bei 800 MHz/Digitale Dividende (Kategorie A)
3 Blöcke mit je 10 MHz bei 900 MHz (Kategorie B)
4 Blöcke mit je 10 MHz bei 1800 MHz (Kategorie D)
2 Blöcke mit je 10 MHz bei 2100 MHz (Kategorie H)
5 Blöcke mit je 10 MHz bei 2600 MHz (Kategorie I)
Orange:
800 MHz Band: 2 Blöcke
900 MHz Band: 1 Block
1800 MHz Band: 5 Blöcke
2100 MHz Band: 4 Blöcke
2600 MHz Band: 4 Blöcke
Grundsätzlich eignen sich tiefere Frequenzen besser für eine weiträumige Abdeckung beispielsweise auf dem Land (z.B. mit LTE Technologie), während sich höhere Frequenzen für den Einsatz in dichter besiedelten Regionen anbieten.
Hohe Reichweiten der neu dazugekommenen Frequenzbänder und relativ niedrige Investitionskosten, sowohl für die Frequenzen selbst als auch für die zukünftigen Technologien lassen, wieder einmal, auf niedrigere Preise im Handymarkt hoffen.
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